Was ist Judo?

Judo ist ein japanischer Kampfsport der nur zur Selbstverteidigung eingesetzt werden darf. Übersetzt bedeutet Judo "der sanfte Weg" oder auch (frei übersetzt) "Siegen durch Nachgeben", denn im Judo wird nicht geschlagen oder getreten, vielmehr nutzt man die Bewegungen seines Kontrahenten für den eigenen Wurf. Der Begründer des Judo Prof. Jigoro Kano entwickelte Judo aus verschiedenen Stilen des Jiu-Jitsu.
Judo ist ein Sport, der Kraft, Ausdauer, Koordination und Beweglichkeit fordert und durch verschiedenste abwechslungsreiche Spiel- und Übungsformen fördert. Judo unterstützt die motorische Entwicklung von Kindern, vor allem die Rumpfstabilität, die Gleichgewichtsfähigkeit und die Körperwahrnehmung. Der große Anteil Bodenarbeit schult die Beweglichkeit. Beim Judo erlernt man Wurf- und Grifftechniken, mit denen man sich gegen einen Angreifer verteidigen kann. Die Falltechniken helfen Kindern und Erwachsenen nicht nur bei Eis und Schnee. Dabei ist Judo individuell. Jeder entwickelt sich nach seinen Fähigkeiten und seinem Können weiter. In einer Judo-Gruppe gibt es keine Konkurrenz, denn wichtig ist die Ernsthaftigkeit mit der jeder für sich selbst an den Techniken und Übungsformen arbeitet, wichtig ist der individuelle Fortschritt.
Wer länger pausiert macht einfach weiter, wenn er/sie wieder Zeit hat. Zugleich ist Judo sozial, denn Judo ist ein Partnersport. Wir finden uns nach Gewicht, Technik oder Graduierung immer neu zusammen. In Kindergruppen wechseln die Partner in einer Stunde viele Male. Auch unsere Jugendlichen trainieren „gemischt“. Wir lernen uns auf neue Partner einzustellen. Dabei zählen vor allem Hilfsbereitschaft beim Üben (damit wir beide etwas lernen können) und Wertschätzung des Partners (damit keiner den anderen verletzt).
Als Eltern und Lehrer schätzen wir am Judo die Möglichkeit, Werte zu vermitteln. Auch im härtesten Gegeneinander beim Wettkämpfen oder Randori (Übungskampf) ist der „Gegner“ immer noch Partner. Die Judoka danken ihrem „Gegner“ dafür, dass er mit ihnen übt und kämpft, mit einer Verbeugung. Hautnah erlebt man beim Judo Fairness, Hilfsbereitschaft und Verantwortung für den Partner.

Zitat
Im Randori lehren wir den Schüler, dass er um den Sieg über einen wild erregten Gegner zu erringen, ihm nicht mit aller Kraft Widerstand entgegensetzen soll, sondern, dass er so lange mit ihm spielt, bis seine Wut verraucht ist.
~Jigoro Kano