Was ist Judo?

 

Judo ist eine japanische Selbstverteidigung bzw. Verteidigungssportart, die frei übersetzt „Siegen durch Nachgeben" heißt und aus verschiedenen Stilen des Jiu-Jitsu entwickelt wurde. Das besondere ist, dass man sich bei diesem Sport nicht durch Tritte oder Schläge, sondern durch Wurf-, Halte-, Hebel- und Würgetechniken (je nach Alter und Erfahrung des Sportlers) verteidigt. Beim Judo nutzt man die Bewegungen seines Kontrahenten zu seinen Gunsten aus und bringt ihn so zu Fall. Bei diesem Sport spielen Faktoren wie Körpergröße oder Körperfülle fast keine Rolle, denn jede Technik birgt Vor- und Nachteile für jeden Körpertyp. Der Sport kann in jedem Alter ausgeübt werden – solange man sich bewegen kann, kann man auch Judo machen.

 

Bei diesem Sport steht der Mensch im Vordergrund: Man trainiert hauptsächlich mit anderen Menschen zusammen und lernt so nicht nur Verantwortung anderen gegenüber, sondern lernt auf der anderen Seite auch anderen Menschen zu vertrauen.
Dabei ist Judo, wie kaum ein anderer Sport, a
uf die Bedürfnisse des Individuums angepasst. Ein schnell aufbrausender Judoka lernt im Training seinen Zorn zu zügeln, ein unaufmerksamer Sportler lernt sich zu konzentrieren und ein schüchterner Schüler gewinnt die nötige Portion Mut und ein gesundes Selbstbewusstsein. Dabei entwickelt sich jeder Judoka nach seinen eigenen Fähigkeiten und in seinem eigenen Tempo weiter. Deshalb gibt es in unseren Gruppen auch keine Konkurrenz - jeder Judoka hat seine Stärken und Schwächen und lernt damit zu arbeiten und seine Stärken auszubauen und seine Schwächen zu seinen Stärken zu machen.

Da wir im Training sehr viel Wert auf Höflichkeit und respektvolle Umgangsformen legen, wird niemand von anderen Teilnehmern ausgeschlossen und im Team gibt es kein Mobbing. Bei uns hat jeder Mensch den gleichen Wert. 

 


Wer sagt, dass ein Einzelsport nicht die Teamfähigkeiten fördert war noch nie in unserem Verein beim Judo. Die Judoka auf der Matte unterstützen, helfen und trösten einander wie in gängigen Mannschaftssportarten. Beim Training versucht jeder aus sich und seinem Partner das Beste herauszuholen und auf Wettkämpfen fiebern all unsere Starter mit dem Vereinsmitglied mit und es wird nicht selten lautstark angefeuert. Nach einem gewonnenen Kampf freuen sich die anderen für den Sieger mit und bei einer Niederlage wird der Kämpfer von Teammitgliedern und Trainern wieder aufgebaut. "Wir kämpfen allein und siegen zusammen" ist auf Wettkämpfen unser Kredo, denn ein erfolgreicher Judoka weiß, dass der Sieg nicht nur sein Erfolg war, sondern auch der Sieg der Gruppe die mit ihm zusammen trainiert hat.

 

Sportliche Fähigkeiten werden natürlich auch beim Judo gefördert. Judo ist ein Sport der Kraft, Ausdauer, eine gesunde Körperhaltung, Koordination und Beweglichkeit fordert und durch verschiedene Übungsformen fördert. Durch die verschiedenen Rollen, die man im Training lernt, wird nicht nur der Mut bei Groß und Klein gefördert sondern auch aktiv dazu beigetragen, dass man sich bei Stürzen im Alltag seltener verletzt. Viele Verletzungen durch Stürze (z.B. vom Fahrrad) konnten schon durch die Kentnisse der Fallschule (Judospezifischer Begriff für das Erlernen des korrekten Fallens) verhindert werden.

Aspekte der Selbstverteidigung gegen Angreifer werden im Training, aus Sicherheitsgründen, erst auf einer fortgeschrittenen Stufe unterrichtet. Selbstverteidigung beginnt mit einem gesunden Selbstbewusstsein und darauf arbeiten wir mit Kindern hin. Für ältere Jugendliche und Erwachsene bieten wir eine Judo Technik- und Selbstverteidigungsgruppe an, in der sowohl Judotechniken, als auch einige nützliche Selbstverteidigungstechniken gelehrt werden. Da diese allerdings hauptsächlich auf Judotechniken aufbauen, muss man sich allerdings darauf einstellen, dass man anfangs hauptsächlich Judo Grundtechniken trainieren wird. Das heißt allerdings nicht, dass diese im Ernstfall nicht effektiv sind.


 


 
 
Zitat
Im Randori lehren wir den Schüler, dass er um den Sieg über einen wild erregten Gegner zu erringen, ihm nicht mit aller Kraft Widerstand entgegensetzen soll, sondern, dass er so lange mit ihm spielt, bis seine Wut verraucht ist.
~Jigoro Kano